Heizung - Effiziente Heizsysteme

Gesamtkonzept Pelletkessel und Solaranlage Quelle: KfW-Bildarchiv
Gesamtkonzept Pelletkessel und Solaranlage / Quelle: KfW-Bildarchiv

Gesamtkonzept

Bevor die Heizung ausgetauscht wird, sollte ein Fahrplan für ein Gesamtkonzept erstellt werden: wer zum Beispiel sein Haus zum Passivhaus macht, braucht überhaupt keine Heizung mehr.

Wer eine neue Heizung plant, sollte sich folgendes fragen:

  • Stehen Dämmmaßnahmen am Gebäude an?
    (Was man dämmt, muss man nicht mehr heizen.)
  • Welchen Brennstoff wähle ich für die nächsten 20 Jahre?
  • Wie sehen die Energiepreissteigerungen aus?
  • Möchte ich jetzt oder in Zukunft Solarenergie oder Holz als Brennstoff nutzen?

Da die fossilen Rohstoffe wie Gas oder Öl endlich sind, sollten wir unsere Ressourcen schonen. Auch im Sinne des Klimaschutzes ist es sinnvoll, erneuerbare anstelle von fossilen Energien zu nutzen.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe

Großes Einsparpotential

Bei bestehenden Heizungsanlagen, die 15 oder 20 Jahre alt und zumeist technisch überholt sind, liegen sehr große Energieeinsparpotentiale. Sie sind in der Regel gekennzeichnet durch hohe Bereitschaftsverluste, einen schlechten Wirkungsgrad und mangelnde Regelbarkeit.

Hohe Energie- und Betriebskosten sind meist die Folge. Auch wenn der Schornsteinfeger mit den Abgaswerten zufrieden ist, kann es sein, dass die Heizungsanlage nicht energieeffizient arbeitet.

Die meisten älteren Heizkessel haben eine viel zu hohe Leistung und damit hohe Energieverluste. Dieses Problem wird verschärft, wenn sich der Wärmebedarf Ihres Gebäudes durch verbesserte Wärmedämmung vermindert und der Kessel nicht angepasst wird. Bei einem geringeren Heizwärmebedarf kann der Wärmeerzeuger kleiner dimensioniert werden.

Verluste eines veralteten Kessels / Quelle: enertec   Patrick zur Hörst / Lars Klitzke
Verluste eines veralteten Kessels / Quelle: enertec Bauphysik GmbH Patrick zur Hörst / Lars Klitzke

Bei Öl- und Gasheizungen kann man oft 15% bis 30% Energie und Kosten sparen, wenn der alte Kessel gegen einen neuen effizienteren Kessel ausgetauscht wird. Die Auslegung der neuen Heizungsanlage sollte den aktuellen Standard des Hauses berücksichtigen. Wenn zum Beispiel gedämmt wurde oder die Fenster ausgetauscht wurden, kann eine Heizung mit einer geringeren Leistung installiert werden.

Aber auch, wenn Sie erst in absehbarer Zeit eine Dämmung Ihres Hauses planen, sollte das bei der Planung einer neuen Heizanlage und deren Auslegung bereits berücksichtigt werden. Die Leistung der Heizflächen ist mit Hilfe einer Wärmebedarfsberechnung zu ermitteln.

Zentrale Warmwasserbereitung

Eine zentrale Warmwasserbereitung schafft günstige Voraussetzungen für den Einsatz umweltfreundlicher und energiesparender Techniken, wie beispielsweise Solarenergie, eine Holzpelletheizung oder den Betrieb von Blockheizkraftwerken (anstelle dezentraler Erzeuger, wie zum Beispiel elektrischer Durchlauferhitzer). So eröffnet eine zentrale Warmwasserbereitung die Möglichkeit für eine solare Aufheizung des Brauchwassers; damit kann im Jahresdurchschnitt ca. 60 % des Warmwasserbedarfs gedeckt werden.

Etagenheizung

Bei der Erneuerung von Etagenheizungen in Mehrfamilienhäusern sollte geprüft werden, ob sich die Umstellung von mehreren Wärmeerzeugern auf eine zentrale Anlage lohnt. Neben einer größeren Umweltentlastung lassen sich in vielen Fällen auch deutliche Kostensenkungen erzielen.

Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar
Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Rechtliche Vorgaben

Der Einsatz und Betrieb einer Heizung ist auch gesetzlichen Regelungen unterworfen. Relevant sind die Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) und die Energieeinsparverordnung (EnEV). In der BImSchV sind Grenzwerte für Abgasverluste von Heizkesseln enthalten. Dies bedeutet, dass gegebenenfalls der alte Wärmeerzeuger ausgetauscht werden muss.

Neben den Abgas- und Abstrahlungsverlusten bei der Wärmeerzeugung entstehen auch Wärmeverluste bei der Wärmeverteilung. Wenn wärmeführende Leitungen und Armaturen (im unbeheizten Bereich) nicht oder nicht ausreichend gedämmt werden, ist dies mit Energieverlusten verbunden. Deshalb schreibt die EnEV das nachträgliche Dämmen bislang nicht gedämmter Warmwasser- und Heizungsleitungen im unbeheizten Bereich vor, zugleich regelt sie die Mindestdämmstoffstärken.

Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar
Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

TIPP: Zukünftige Entwicklungen berücksichtigen

  • Der Einsatz regenerativer Energien ist bei Neubauten bereits jetzt gesetzlich gefordert. Der Trend geht in Richtung Niedrigstenergiehaus sowie Null- oder Plus-Energiehaus. Das bedeutet, das Gebäude produziert mehr Energie als es verbraucht. Dies kann, abgesehen von der Voraussetzung einer optimalen Dämmung, durch Kraft-Wärme-Kopplung oder Photovoltaik erreicht werden. Bei der Planung einer neuen Heizungsanlage sollte diese Entwicklung vorausschauend berücksichtigt werden.

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