Altbausanierung

Doppelhaus linke Hälfte energetisch saniert / Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar
Doppelhaus linke Hälfte energetisch saniert / Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Bei der Gebäudemodernisierung liegt ein großes Potential in der Verbesserung der Energieeffizienz.

Ziele der energetischen Sanierung sind:

  • Einsparung von Energie: Senkung der Energiekosten, Umwelt- und Klimaschutz
  • Steigerung von Wohnbehaglichkeit und Wohngesundheit
  • Werterhalt der Immobilie
  • Erhöhte Versorgungssicherheit und größere Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen und steigenden Energiepreisen

Als Mindestanforderung sind die Maßgaben der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) zu berücksichtigen. Institutionen wie BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und KfW-Bank unterstützen das Erreichen höherer energetischer Anforderungen durch Förderungen, günstige Zinsen und Zuschüsse.

Einsparung von Energie und Energiekosten

Eine Kenngröße für den Energieverbrauch eines Gebäudes ist der „spezifische Jahresheizwärmebedarf“ eines Gebäudes. Dieser liegt im Durchschnitt in Deutschland bei ca. 160 kWh pro m² Wohnfläche im Jahr. Das bedeutet, bezogen auf ein 100 m² großes Haus, einen Bedarf von 1.600 m³ Erdgas oder 1.600 Liter Heizöl. Das entspricht zurzeit Kosten von ca. 100 € pro Monat, mehr als 1 € pro m². Häuser, die vor 1977 errichtet wurden, liegen in der Regel noch weit über diesem Wert: sie verbrauchen durchschnittlich 250 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr. Durch verschiedene energiesparende Maßnahmen im Zuge einer Sanierung und Modernisierung älterer Gebäude haben Sie ein enormes Energieeinsparpotenzial. Durch eine umfassende energetische Sanierung lässt sich der Energieverbrauch um 50% bis 85% senken. Je stärker die Energiepreise für Strom, Gas und Öl steigen, desto mehr lohnen sich Energiesparinvestitionen. Von den möglichen energetischen Einsparpotenzialen wird heute bei den Sanierungen durchschnittlich nur rund ein Drittel genutzt, obwohl bei durchdachter Planung und sorgfältiger Ausführung wesentlich bessere Einspareffekte erzielbar wären - zugunsten der Umwelt und Ihres Geldbeutels.

Baustoffe dämmen unterschiedlich gut:
Baustoffe dämmen unterschiedlich gut: 3 cm Dämmung = 67 cm Ziegelmauerwerk Quelle: enertec Bauphysik GmbH Patrick zur Hörst / Lars Klitzke

Vergleich Baustoffe

Der U-Wert ist ein Maß für die Dämmqualität eines ganzen Bauteiles (Wand, Fenster, Dach, Kellerdecke). Je stärker die Dämmung, desto niedriger der U-Wert. Er definiert, wie viel Wärme in Watt pro m² Bauteilfläche und Grad Kelvin Temperaturdifferenz (W/m²K) von innen nach außen fließt.

Steigerung von Wohnbehaglichkeit und Wohngesundheit

Je weniger eine Wand gedämmt ist, desto kälter ist sie auf der Innenseite. Unbehagliche Kälte und Schimmelrisiko sind die Folge. In der Regel muss dann die Raumlufttemperatur auf weit über 20 Grad erhöht werden, um den kalten Oberflächen entgegenzuwirken. Durch eine optimierte und gedämmte Gebäudehülle (Außenwände, Fenster, Dachfläche und Kellerdecke) reduzieren Sie nicht nur die Wärmeverluste und somit Energiekosten, sondern Sie erhöhen gleichzeitig Ihren Wohnkomfort und die Wohngesundheit. Wird die Wand gedämmt, steigt die Oberflächentemperatur auf der Innenseite. Gleichzeitig wird der Raum behaglicher und das Schimmelrisiko verringert, Zugerscheinungen und trockene Heizungsluft werden reduziert.

Werterhalt der Immobilie

Die Gefahr von Bauschäden wird bei fachgerechten Maßnahmen zur Energieeinsparung (Dämmung und Luftdichtheit), verbunden mit hygienisch ausreichender Lüftung und Beheizung, deutlich verringert. Eine Wärmedämmung bietet der Bausubstanz Schutz und trägt zur längeren Lebensdauer der Bauteile bei. Eine fachlich richtig ausgeführte Wärmedämmung beugt Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung vor.

Energetische Sanierung macht Gebäude zukunftssicher / Quelle: dena
Energetische Sanierung macht Gebäude zukunftssicher / Quelle: dena

Sicherheit vor steigenden Heizkosten

Durch Energieeinsparung und den Ersatz fossiler Energiequellen durch erneuerbare Energien machen Sie sich unabhängiger von den Schwankungen der Öl-, Gas- und Strombelieferung aus instabilen Regionen der Welt sowie von steigenden Energiepreisen.

Sanierungsfahrplan

Es besteht eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich vor einer Sanierungsmaßnahme kompetent beraten zu lassen. Bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen empfiehlt es sich, mit Hilfe eines Energieberaters oder eines Architekten einen Sanierungsfahrplan speziell für Ihre Pläne und Ihr Gebäude zu entwickeln. Ausgehend von einer umfassenden Untersuchung des energetischen Zustandes Ihrer Immobilie kann ein solches Konzept auch Maßnahmen beinhalten, die erst nach und nach umgesetzt werden und im Bedarfsfall schnell die energetisch richtige Entscheidung ermöglichen, wie z. B. einen Heizungsaustausch. Viele Modernisierungsmaßnahmen sind besonders wirtschaftlich, wenn sie mit einer ohnehin anstehenden Instandsetzung verbunden werden. Bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen sollte dann immer darauf geachtet werden, dass zukünftig notwendige Maßnahmen mit eingeplant werden.

Bei Modernisierungsarbeiten sollten nicht nur die Mindestanforderungen nach der aktuellen EnEV erfüllt werden. Die Arbeitsschritte der Baumaßnahme sind, unabhängig von der Dämmstoffdicke oder Verglasungsart, weitgehend identisch. Die Mehrkosten für eine stärkere Dämmung oder eine Dreifach-Verglasung anstelle der Mindestanforderungen sind im Verhältnis relativ gering und amortisieren sich in der Regel schnell. Daher sollten Sie sich für die bestmögliche Dämmung und die zurzeit beste Verglasungsart entscheiden. So entsprechen die Maßnahmen auch zukünftigen Baustandards und Sie sind für steigende Energiepreise gewappnet.

Die energetische Modernisierung erfordert in der Regel Planung und Ausführung, die bauphysikalische und architektonische Erfahrung voraussetzen. Es ist daher dringend anzuraten, den Rat eines fachkundigen Energieberaters oder Planers einzuholen, damit keine schadensträchtigen Maßnahmen durchgeführt werden.

 

 Tipp:

  • Bevor Sie mit der Modernisierung beginnen, sollte geprüft werden, ob eine Baugenehmigung notwendig ist, zum Beispiel für Dachgauben oder für Baudenkmale.
  • Nutzen Sie die Chance - sanieren Sie zukunftsfähig! Ab 2020 ist beim Neubau ein „Niedrigstenergie“-Standard Pflicht.
  • Nutzen Sie eine unabhängige Vor-Ort-Energieberatung:

  • Investieren Sie in Planung - „wer billig plant, baut teuer“
  • Setzen Sie auf qualifizierte Handwerker, zum Beispiel die Energieeffizienz-Partner der Bonner Energie Agentur.
  • Bundesverband Altbauerneuerung e.V.

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