Innendämmung

Historische Fassaden
Historische Fassaden

Bei denkmalgeschützten Gebäuden und erhaltenswerten Fassaden bleibt häufig nur die Innendämmung als einzige Möglichkeit zur Verbesserung des Wärmeschutzes. Auch für zeitlich begrenzt genutzte Räume oder im Kellerbereich kann eine Dämmung von innen in Betracht kommen. Dämmplatten können geklebt oder mit Dübeln angebracht werden, lose Dämmstoffe wie z. B. Zellulose werden eingeblasen. Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass der Innenraum durch die Dämmung verkleinert wird und ggf. eine Anpassung von Türzargen, Fensterbänken, Fußleisten, Steckdosen oder Heizkörpern nötig wird.

Eine Innendämmung ist eine bauphysikalisch heikle Angelegenheit und sollte bei Planung und Ausführung nie ohne Mithilfe einer bauphysikalisch versierten Fachperson erfolgen. Da die Außenwand hinter der Dämmung im kalten Bereich liegt, kann bei nicht sachgerechter Konstruktion Tauwasser anfallen und es kann zu einer Durchfeuchtung des Bauteils führen (Schimmelrisiko). Deshalb muss eventuell vorhandener Gipsputz entfernt werden und es müssen kapillaraktive Dämmstoffe (zum Beispiel Kalziumsilikatplatten oder Holzweichfaser-Innendämmung) verwendet werden, die Raumfeuchte aufnehmen und auch wieder an den Raum abgeben können. Bei einer Isolierung mit Dämmmatten oder einer Einblasdämmung muss sichergestellt werden, dass keine Durchfeuchtung der Dämmung erfolgen kann, zum Beispiel durch eine lückenlose Dampfsperre.

Beispiel Innendämmung / Quelle: enertec  Patrick zur Hörst / Lars Klitzke
Beispiel Innendämmung / Quelle: enertec Bauphysik GmbH Patrick zur Hörst / Lars Klitzke

Es muss ausgeschlossen werden, dass von außen Feuchtigkeit durch poröses Mauerwerk oder undichte Fugen eindringen kann. Der Dämmstoff muss mit der Wand bündig abschließen, ein Hinterströmen des Dämmstoffs mit feuchter Raumluft ist unbedingt zu verhindern. Auf Luftdichtheit ist insbesondere beim Anschluss an eine Holzbalkendecke zu achten. Ein Innenputz muss zur Sicherung der Luftdichtheit vollständig und kraftschlüssig angebracht werden. Innenputz und Farbe müssen auf die Innendämmung abgestimmt werden, damit eventuelle Feuchte im Sommer nach innen abtrocknen kann. Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) des gesamten Bauteils darf maximal den nach aktueller EnEV gültigen U-Wert für eine Innendämmung betragen.

Innendämmung mit einer Holzweichfaserplatte
Innendämmung mit einer Holzweichfaserplatte

Besondere Vorsicht gilt bei wasserführenden Leitungen in der Außenwand außerhalb der Dämmung: hier besteht nach Ausführung der Innendämmung eine erhöhte Gefahr des Einfrierens der Wasserleitungen an sehr kalten Wintertagen. Bei der Innendämmung sind wegen der Gefahr der Tauwasserbildung poröse und kapillar leitfähige Baustoffe zu bevorzugen. Mögliche Materialien für die Innendämmung sind u. a.:

  • Kalziumsilikatplatten (WLG 060)
  • Zellulosedämmstoff im Anspritzverfahren als Flocken (WLG 040-045)
  • Holzweichfaserplatten (WLG 040-045) als Innendämmplatte in Kombination mit Lehmputz
  • Schilfrohrplatten mit Leichtlehm
  • Schalung (z.B. aus Lehmsteinen) mit einer Schüttung (z. B. Perlite)

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