Dämmung der obersten Geschossdecke

Ein Handwerker rollt Dämmstoff zur Dämmung eines Dachgeschosses aus / Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar
Ausrollen von Dämmwolle zur Dämmung der obersten Geschossdecke / Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Ihr Dachgeschoss ist nicht ausbaufähig oder Sie planen zukünftig keinen Dachausbau?

Dann haben Sie bei nicht genutzten Dachböden mit der Dämmung der obersten Geschossdecke eine einfache und preiswerte Möglichkeit, um Heizkosten zu senken und die Wohnbehaglichkeit zu steigern.

Durch diese Dämm-Maßnahme trennen Sie den unbeheizten Dachbodenbereich von den beheizten Wohngeschossen. Über die oberste Geschossdecke geht so weniger Energie verloren. Durch eine Dämmung mit guter Wärmespeicherkapazität kann man außerdem das sommerliche Aufheizen der Wohnräume unter dem Dachboden spürbar reduzieren.

Ungenutzter Dachraum mit nicht gedämmter oberster Geschossdecke
Ungenutzter Dachraum mit nicht gedämmter oberster Geschossdecke

Massive Decken (z.B. aus Beton)

Bei der Massivbauweise ist die oberste Geschossdecke meist eben. Hier können auf einer Trennlage verschiedenste Dämmstoffe fugenfrei verlegt werden. Es empfiehlt sich, zwei Lagen um 90° versetzt zu legen.

Bei unebenen Böden sind elastische Dämmstoffe zu verwenden, um ein Unterströmen der Dämmung mit kalter Luft zu verhindern. Durch Auflegen von Verlegeplatten wird es ermöglicht, die Decke nach dem Dämmen auch wieder zu begehen. Der Baustoffhandel bietet als einfache Lösung auch Verbundplatten aus Dämmstoff und begehbarem Oberbelag an („Dachboden-Dämmelemente“). Der Oberbelag sollte diffusionsoffen sein.

Für eine Dämmung auf der Geschossdecke ist bei massiven (z. B. Beton-) Decken eine durchgehende luftdichtende Schicht (Dampfbremse) unterhalb der Dämmschicht im Regelfall nicht erforderlich. Es können auch ökologische Dämmstoffe wie Holzweichfaser, Hanf, Flachs oder Schafwolle eingesetzt werden. Ebenso ist die Dämmung mit Zelluloseflocken oder -matten möglich.

Holzbalkendecke vor der Dämmung
Holzbalkendecke vor der Dämmung

Holzbalkendecken

Möglich ist hier die Dämmung auf der Geschossdecke und / oder das Dämmen im Hohlraum der Holzbalkendecke.

Als Dämmung innerhalb der Decke werden vorzugsweise Schüttungen oder Einblasdämmstoffe (z.B. Zellulose) eingesetzt, da mit ihnen die Hohlräume am besten ausgefüllt werden können. Wenn die gewünschte Dämmstärke innerhalb der Balkenlage nicht möglich ist, kann entweder die Balkenlage erhöht oder alternativ die Dämmung durch eine zweite Schicht auf der Geschossdecke ergänzt werden.

Zur Verhinderung des Eindringens von unerwünschtem Wasserdampf in die Dämmschicht und der damit verbundenen Gefahr der Schimmelpilzbildung ist insbesondere bei Holzbalkendecken ein fachgerechter Aufbau erforderlich. Unterhalb der Dämmung muss in der Regel eine luftdicht angeschlossene Dampfbremse angebracht werden. Die Dampfbremse muss mit speziell dafür vorgesehenen Klebebändern lückenlos an den Randbereichen und an Durchdringungen verklebt werden. Die Oberseite muss diffusionsoffen sein. Um Bauschäden zu vermeiden, sollte hier immer der Rat eines bauphysikalisch versierten Sachverständigen eingeholt werden.

An Giebeln und Schornsteinen sollte die Dämmung nach Möglichkeit einen Meter hochgezogen werden.

Dachbodenaufgang nicht vergessen!

Alte Einschubtreppen können durch neue wärmegedämmte Modelle ersetzt werden. Zumindest sollten alte Einschubtreppen aber gedämmt und abgedichtet werden.

Im Fall eines Treppenaufgangs sollten die Türen und Wände zum Dachboden überprüft und gegebenenfalls gedämmt oder abgedichtet werden.

Bei der Dämmung die Einschubtreppe nicht vergessen
Bei der Dämmung die Einschubtreppe nicht vergessen

Rechtliche Vorgaben: 

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) muss den Mindestanforderungen der EnEV für die Sanierung von Decken, Dächern und Steildächern genügen. Da die zusätzlichen Kosten für eine einige Zentimeter stärkere Dämmung jedoch sehr gering sind, sollte wo immer möglich, ein besserer Wärmeschutz eingeplant werden.

Bei Erreichen definierter Grenzwerte können zinsgünstige Darlehen oder Zuschüsse der KfW-Bank in Anspruch genommen werden.

Nachrüstverpflichtung:

Es ist zu beachten, dass es nach Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Nachrüstverpflichtung an bisher nicht gedämmte oberste Geschossdecken gibt. Hier sind auch Umsetzungsfristen und die erforderlichen Dämmstoff-Stärken geregelt. Ob Ihr Gebäude unter diese Pflicht fällt, können Sie mit unserer Hilfe oder der eines Energieberaters ermitteln.

TIPPS:

  • Achten Sie darauf, dass am Rand der Geschossdecke keine Wärmebrücke entsteht, z. B. durch eine Unterbrechung der Wärmedämmung im Bereich von Fußpfetten, Sparren und Drempeln.
  • Ökologische Dämmstoffe wie Zellulose, Stroh, Hanf oder Holzweichfaser können im Sommer Wärme puffern - dadurch bleibt es unter dem Dach nicht nur im Winter warm, sondern auch im Sommer kühler.

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