Letzte Hürde für die steuerliche Förderung von energetischer Gebäudesanierung und Heizungstausch jetzt beseitigt

Jetzt den Steuerbonus oder erhöhte Zuschüsse bei energieeffizienter Sanierung nutzen Quelle: Rainer Puster / photocase.de

Das erforderliche Muster für die Bescheinigung von energetischen Sanierungsmaßnahmen für die steuerliche Förderung ist ab sofort online verfügbar

Seit Anfang 2020 besteht für Sanierungsmaßnahmen wie Heizungsaustausch, den Einbau neuer Fenster sowie Dach- und Fassadendämmung auch die Möglichkeit einer steuerlichen Förderung. Dabei können Eigentümer*innen von einem Steuerabzug profitieren. Für den Steuerbonus ist ein amtliches Muster vorgeschrieben, auf dem die Fachunternehmer*innen und Energieberater*innen ihre Maßnahmen bescheinigen. Dieses Dokument lag bislang noch nicht vor, wurde aber nun auf der Seite des Bundesfinanzministeriums unter www.bundesfinanzministerium.de und dem Suchbegriff „Bescheinigung des Fachunternehmens“ zum Download veröffentlicht.

 

Wie hoch sind die steuerlichen Vergünstigungen?
Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent bei einer Investitionssumme bis maximal 200.000 Euro verteilt auf drei Jahre. Möglich ist damit eine Gesamtförderung von 40.000 Euro über diesen Zeitraum. Bei der Baubegleitung und Fachplanung sind abweichend davon 50 Prozent der anfallenden Kosten abzugsfähig. Interessant ist der Steuerbonus für Eigentümer*innen für die ein Kredit nicht infrage kommt wie beispielsweise Rentner oder Selbstständige. Die Regelungen gelten bis 2030.

Welche Maßnahmen werden gefördert?
Vorausgesetzt, die Wohnung oder das Wohngebäude ist mindestens zehn Jahre alt und wird selbst bewohnt, sind Einzelmaßnahmen wie die Dämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken sowie der Austausch von Fenstern oder Außentüren förderfähig. Vom Steuerbonus profitieren Eigentümer*innen außerdem beim Heizungsaustausch und einer Optimierung der Heizungsanlage. Aber auch der Einbau einer Lüftungsanlage oder von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung wird steuerlich gefördert. Wichtig ist: wer eine öffentliche Förderung für die Sanierung über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder das dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Anspruch nimmt, kann den Steuerbonus nicht geltend machen. Förderfähig sind nur Arbeiten, die von einem Fachbetrieb ausgeführt wurden.

Stichwort Corona: Die meisten Handwerksbetriebe bieten auch in Corona-Zeiten ihre Leistungen im gewohnten Umfang an, ebenso die Energieberatungs-Büros.

Wie kann die Förderung beantragt werden?
Vor Beginn der Baumaßnahmen ist kein Antrag erforderlich. Erst nach Abschluss der energetischen Gebäudesanierung muss diese über die amtliche Musterbescheinigung bestätigt werden. Berechtigt dazu sind sowohl die ausführenden Fachunternehmer*innen als auch qualifizierte Energieberater*innen. Die Bescheinigung wird dann gemeinsam mit der Einkommenssteuererklärung beim örtlichen Finanzamt eingereicht, um so die steuerliche Förderung geltend zu machen.

Welche Mindestanforderungen gelten an die Maßnahmen?
Die konkreten Mindestanforderungen an energetische Einzelmaßnahmen wurden Anfang des Jahres in einer gesonderten Rechtsverordnung nach § 35c des Einkommensteuergesetzes (Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung – ESanMV) festgelegt. Diese definieren zum einen detaillierte Anforderungen an jede Einzelmaßnahme, erläutern aber auch eindeutig die Anforderungen an die Fachunternehmen.

Gut beraten starten
Obwohl die steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen eine fachliche Beratung nicht zwingend vorsieht, so ist eine Energieberatung vorab doch entscheidend für ein optimales Gesamtkonzept. Bevor sich Eigentümer*innen zum Beispiel für ein modernes Heizsystem entscheiden, sollten sie im Vorfeld auch Maßnahmen zur Dämmung der Gebäudehülle berücksichtigen. Denn je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto niedriger ist der Energieverbrauch und umso kleiner kann die Heizung ausfallen. Auch lohnt eventuell ein Vergleich mit anderen, mindestens ebenso attraktiven Fördermöglichkeiten durch die KfW und das BAFA.

Weblinks

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2020-03-31-steuerermaessigung-fuer-energetische-massnahmen-bei-zu-eigenen-wohnzwecken-genutzten-gebaeuden.html

https://www.deutschland-machts-effizient.de/KAENEF/Redaktion/DE/Foerderprogramme/steuerliche-foerderung-fuer-energetische-gebaeudesanierung.html

 

Beratung Bonner Energie Agentur
Die Bonner Energie Agentur bietet weiterhin montags und donnerstags persönliche Beratung an (8.30 - 12.30 Uhr und 13.30 - 17.30 Uhr). Diese wird derzeit telefonisch unter oder per Email durchgeführt. Außerdem ist sie telefonisch erreichbar werktags von 8.30 – 12.30 Uhr.
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