Photovoltaik im Mehrfamilienhaus - kostenfreie Beratung für Wohnungseigentümergemeinschaften in Bonn

Großes Interesse und lebhafte Diskussionen prägten einen Praxis-Spaziergang am 6. Mai 2026 in der Amerikanischen Siedlung in Bonn-Plittersdorf. Zahlreiche Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über ein erfolgreich umgesetztes Photovoltaik-Projekt auf einem Mehrfamilienhaus zu informieren.

Im Mittelpunkt des Rundgangs stand eine Dach-Photovoltaikanlage, die innerhalb einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) realisiert wurde. Die Anlage liefert nicht nur den Allgemeinstrom für das Gebäude, sondern ermöglicht es den Bewohnerinnen und Bewohnern auch, von günstigem Solarstrom zu profitieren. „Als ich 2016 gemeinsam mit meiner Frau hier einzog, war Energieeffizienz bereits ein Thema, das mich beschäftigt hat“, erklärt Matthias Sahl, Bewohner des Hauses und Initiator des Projektes. „Neben den wirtschaftlichen Aspekten war für uns Miteigentümer auch die Möglichkeit entscheidend, einen konkreten Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Umso spannender war für mich die Frage, ob sich eine Solarlösung auch auf unserer denkmalgeschützten Wohnanlage umsetzen lässt.“

Besonderes Interesse galt den Einblicken in die Entscheidungsprozesse innerhalb der WEG sowie der Frage nach dem Betriebskonzept der Anlage. Auch das sogenannte Mieterstrom-Modell wurde intensiv diskutiert. „Es ist erstaunlich, wie groß das Interesse an alternativen Energien unter den Eigentümer*innen – aber auch unter den Mieter*innen – ist“, erklärt Axel Denecke, Energieberater der Bonner Energie Agentur „Herausfordernd dabei ist allerdings die gemeinsame Abstimmung - idealerweise in einem möglichst überschaubarem Zeitfenster.“ Die Teilnehmenden erfuhren von ihm aus erster Hand, wie organisatorische, rechtliche und wirtschaftliche Aspekte erfolgreich zusammengeführt werden konnten.

Herausforderung Denkmalschutz gemeinsam meistern

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle des Denkmalschutzes, da sich das Projekt in einem sensiblen baulichen Umfeld befindet. Die Umsetzung zeigte, dass auch unter diesen Rahmenbedingungen praktikable Lösungen für den Einsatz erneuerbarer Energien gefunden werden können. Wer eine Solaranlage auf einem Baudenkmal errichten will, braucht dafür eine denkmalrechtliche Erlaubnis. Das Denkmalschutzgesetz NRW hebt seit 2022 hervor, dass die Belange des Klimas und des Einsatzes erneuerbarer Energien angemessen zu berücksichtigen sind. Die Stadt Bonn hat für die Umsetzung „Leitlinien Solaranlagen und Denkmalschutz“ beschlossen. 

Im direkten Austausch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern und dem Energieberater der Bonner Energie Agentur (BEA) konnten individuelle Fragen geklärt und wertvolle Praxiserfahrungen weitergegeben werden. Viele Teilnehmende nahmen konkrete Anregungen für eigene Projekte mit. 

Der Praxis-Spaziergang hat gezeigt, dass Photovoltaik im Mehrfamilienhaus möglich gemacht werden kann – insbesondere dann, wenn Information, Beratung und der Austausch untereinander zusammenkommen.

Beratungsmöglichkeiten für Wohnungseigentümergemeinschaften

Weitere Infos zur energetischen Sanierung und Nutzung erneuerbarer Energien in der WEG erhalten Sie per E-Mail von Axel Denecke und im Bereich Wohnungseigentümergemeinschaften. Einen individuellen, kostenfreien Termin zur Energieberatung zu WEG-Themen können Sie über die Funktion Beratungstermin vereinbaren buchen.