Inhaltsübersicht:

1. Klimaschutz

Globale Erwärmung und Treibhauseffekt

Mild verlaufende Winter, trockene heiße Sommer oder häufiger auftretende Überschwemmungen und Stürme sind immer deutlichere Anzeichen der Erderwärmung. Die Leidtragenden sind vor allem die Länder des globalen Südens, aber auch in Deutschland sind schon jetzt die Auswirkungen durch Hitzesommer und Dürre spürbar.

Treibhausgase, wie z.B. Kohlendioxid (CO2) werden durch menschliche Aktivitäten im Übermaß in die Atmosphäre ausgestoßen. So entsteht zum Beispiel Kohlendioxid (CO2), wenn fossile Energieträger wie Kohle, Gas oder Erdöl verbrannt werden, um sie in Wärme oder Strom umzuwandeln. Man spricht dabei auch von energiebedingten Emissionen.

Durch die Land- bzw. Viehwirtschaft werden zusätzlich Methan (CH4) oder auch Lachgas (N2O) in die Atmosphäre ausgestoßen. Das Problem: Eine erhöhte Konzentration von Treibhausgasen wirkt in der Atmosphäre wie eine Glasscheibe – sie lässt kurzwellige Sonnenstrahlen durch, hält allerdings die langwellige, von der Erde ausgehende Strahlung zurück. Infolgedessen erwärmt sich das Klima auf der Erde.

Klimaneutralität und Energiewende

Der Weg zur Klimaneutralität fußt auf zwei Säulen: Verbrauch und somit CO2 Ausstoß reduzieren einerseits und Umstieg auf erneuerbare Energien andererseits. Den heutigen Energiebedarf können wir nicht mit erneuerbaren Energien decken. Daher muss am Anfang der Energiewende die Senkung des Verbrauchs stehen. Dies kann durch „Suffizienz“ erfolgen, also durch ein „Weniger-Verbrauchen“: weniger Konsum, kleinere Wohnfläche, anders mobil sein usw. Und durch „Effizienz“: effiziente Technik, gedämmte und energieeffiziente Gebäude usw. Der verbleibende Rest kann mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dieses Prinzip gilt für einzelne Gebäude genauso wie für andere Bereiche und größere Zusammenhänge.

Bundesregierung

Das Klimaziel der Bundesregierung wurde im Mai 2021 angehoben: Deutschland soll nun bis 2045 klimaneutral werden, nicht erst 2050. Im neuen Klimaschutzgesetz werden außerdem verbindliche Ziele für die 20er und 30er Jahre formuliert. Die Verschärfung erfolgte als Reaktion auf das Urteil des Verfassungsgerichts, dass das Klimaschutzgesetz zu kurz greife. Laut Urteil fehlten ausreichende Vorgaben für die Minderung der Emissionen ab dem Jahr 2031, die Gefahren des Klimawandels würden auf Zeiträume danach und somit zulasten der jüngeren Generation verschoben.

2. Klimaschutz in Bonn

Die Stadt Bonn bekennt sich zu dem 2015 in Paris von der Weltgemeinschaft vereinbarten Klimaschutzziel, den durchschnittlichen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Die Stadt Bonn engagiert sich seit Mitte der 1990er Jahre im Klimaschutz, seit 2011 auch im Bereich Klimaanpassung. Ziel der Klimaschutzmaßnahmen ist die Senkung der lokalen CO2-Emissionen. Der Weg dorthin führt laut Stadt über eine Reduzierung des Energieeinsatzes, die effiziente Nutzung von Energie und den Ersatz von fossilen durch erneuerbare Energien. Im Juli 2019 hatte der Bonner Stadtrat nach einem Bürgerantrag den „Klimanotstand“ ausgerufen.

Die Stadt Bonn verpflichtet sich zu folgenden Zielen:

  • Die Treibhausgasemissionen in Bonn werden bis zum Jahr 2030 um mindestens 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert. Die Überprüfung der Entwicklung erfolgt über ein zweijährliches Monitoring.
  • Die Stadt wird bis spätestens 2035 klimaneutral.
  • Die Energieversorgung wird sukzessive bis 2035 nahezu vollständig auf regenerative Energien umgestellt.
  • Die Stadt Bonn entwickelt sich kontinuierlich zur klimaresilienten Stadt weiter und trägt dazu bei, die Vulnerabilität zu reduzieren.

Leitlinie für den Klimaschutz in Bonn ist aktuell der Masterplan Energiewende und Klimaschutz. Weitere Maßnahmen zum Klimaschutz sind im Maßnahmenkatalog zum Klimanotstand, im Integrierten Klimaschutzkonzept, im Verkehrsentwicklungsplan und in der Bonner Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet. Mit der CO2-Bilanz, dem Klimaschutz- sowie dem Nachhaltigkeitsbericht überprüft und dokumentiert die Stadt ihre Anstrengungen. (Quelle: www.bonn.de @ Klimaschutzkonzepte und-berichte).

Hierfür spielt auch der Gebäudebestand eine wichtige Rolle. Denn die Klimaschutzziele können nur erreicht werden, wenn der riesige Energieverbrauch des Altbaubestandes deutlich reduziert wird, sowohl bundesweit als auch in Bonn. In der energetischen Sanierung der ca. 114.000 Wohneinheiten in Bonn, die vor 1978 erbaut wurden, liegt ein großes Potential zur CO2-Einsparung und somit für den Klimaschutz. Denn: die beste Energie ist die, die man gar nicht erst benötigt. Um die Energieeinsparpotenziale im Gebäudebereich zu heben, wurde auf Initiative der Stadt Bonn die Bonner Energie Agentur gegründet. Seit 2012 bündeln 22 Organisationen aus den Bereichen Bauen, Energie, Wohnen und Finanzierung ihre Kompetenzen unter einem Vereinsdach. Die zentrale Aufgabe besteht darin, Bürgerinnen und Bürger neutral und unabhängig zum energieeffizienten Bauen und Sanieren zu beraten, Ziel des Vereins ist der Klimaschutz.
 

Unser persönlicher CO2-Abdruck

Unser aktueller CO2 - Fußabdruck liegt im Durchschnitt bei 11,2 Tonnen. Je nach Szenario muss er auf bis unter eine Tonne CO2 gesenkt werden, um klimaneutral zu werden (Quelle: Umweltbundesamt uba.co2-rechner.de). 

Der größte Anteil mit 3,79 Tonnen wird dabei dem Konsum zugeschrieben. Der Anteil an Strom, Heizung und Warmwasser schlägt mit 2,74 Tonnen zu Buche. Dahinter folgt der Anteil an Verkehr mit 2,09 Tonnen, Ernährung mit 1,69 Tonnen und öffentliche Emissionen mit 0,86 Tonnen.

In Bonn beträgt der CO2 Ausstoß pro Kopf 6,9 Tonnen für Heizung, Verkehr, Strom und öffentliche Emissionen (Emissionen, die außerhalb von Bonn entstehen z.B. durch Konsum und Ernährung werden nicht abgebildet). Auf die privaten Haushalte entfällt dabei ein Drittel der Emissionen.
 

Bonn4Future

Das Mitwirkungsverfahren Bonn4Future wurde geschaffen, um für den Klimaschutz-Prozess in Bonn das Know-How und die Erfahrungen der Zivilgesellschaft, der Politik und Verwaltung, der Bürger*innen, aber auch der Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zugänglich zu machen. Das Mitwirkungsverfahren wird durchgeführt von Bonn im Wandel e.V., in enger Zusammenarbeit und gefördert von der Bundesstadt Bonn. Auf der Website www.bonn4future.de findet sich auch eine Karte, auf der engagierte Initiativen und Institutionen in Bonn zu finden sind. 

Weitere zivilgesellschaftliche Klimaschutz-Initiativen und -Organisationen in Bonn