Bürgerenergieanlagen sind Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, die Bürger*innen gemeinschaftlich betreiben oder finanzieren. Die Beteiligten können so die Nutzung Erneuerbare Energien in ihrer Region voranbringen und von der gesetzlich gesicherten Einspeisevergütung für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien profitieren. Dies kann bereits durch eine kleine finanzielle Beteiligung an einer Gemeinschaftsanlage geschehen.

Die am häufigsten gewählten Trägerstrukturen für Bürgerenergieanlagen sind die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die Genossenschaft (e.G.) sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH).

Die Übersicht „BürgerenergieAtlas“ der Energie Agentur NRW verschafft mithilfe von Beispielen einen Überblick über unterschiedliche Formen von Betreibergesellschaften und finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten an Bürgerenergieanlagen.

Projekte in Bonn und im Rhein–Sieg-Kreis:

1. Bürgersolaranlage auf einem Bioladen in Beuel

Initiiert wurde dieses Projekt von Bioladen, Vermieter, Investoren und SolarZelle Bonn gemeinsam. Die SolarZelle Bonn entspricht einer Ortsgruppe Bonn des bundesweiten gemeinnützigen Vereins SolarSolutions Network gem. e.V. Hier wurden 88 Photovoltaik-Module mit einer Fläche von 200 m² und einer Leistung von 20,24 kWp installiert und im Juni 2011 in Betrieb genommen. Der Bioladen nutzt den erzeugten Strom selbst für Kühlung und Beleuchtung. Betreiber ist eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) seitens des Vermieters. Die GbR haftet gesamtschuldnerisch. In die GbR konnten Bürgerinnen und Bürger Darlehen von maximal 5.000,- € einbringen, für die eine Festzinszusage für 5 Jahre von 4,5% besteht. Im Anschluss werden die Konditionen neu verhandelt.

Die Projektbegleitung und Beratung erfolgte ehrenamtlich durch die SolarZelle Bonn. In der SolarZelle Bonn konzentriert sich bürgerschaftliches Engagement zur Errichtung weiterer Gemeinschaftsanlagen im Raum Bonn. Von der Eignungsprüfung des Objektes über den Vergleich verschiedener Erstellungsangebote und der Ausarbeitung eines Wirtschaftskonzeptes bis zur Realisation der Bürgerenergieanlage begleitet und moderiert sie den Prozess. Weitere Infos finden Sie hier.
 

2. BürgerEnergie Rhein-Sieg eG

Die Genossenschaft wurde im Januar 2011 gegründet, aber bereits 2012 in „BürgerEnergie Rhein-Sieg eG“ umfirmiert. Inzwischen unterstützen neun Kommunen, darunter die Bundesstadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis, sowie weit über 280 Mitglieder die Initiative der Energiegenossenschaft. Die Genossenschaft realisiert Photovoltaikprojekte, beteiligt sich an Windkraftprojekten, entwickelt Carsharingstandorte und baut Ladesäulen für E-Autos. Der erzeugte Strom aus den Anlagen wird mit bis zu 90% im Gebäude als Eigenverbrauch genutzt, der verbleibende Strom an Energiekunden vermarktet. Mit einer Einlage von mindestens einem Anteil (250,-€) kann man sich an der Genossenschaft beteiligen und erhält, unabhängig von der Höhe der Einlage, eine Stimme in der Generalversammlung. Mitglied können sowohl juristische als auch natürliche Personen werden. An der Realisierung eines Projektes kann man sich als Mitglied auch finanziell beteiligen und erhält eine feste Verzinsung.

Der Vorstand führt die Geschäfte (Projektierung der Energieanlagen, Verwaltung, Mitgliederverwaltung etc.) ehrenamtlich und bedient sich eines Ingenieurbüros bei der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme der Anlagen. Der Aufsichtsrat kontrolliert und berät den Vorstand bei wichtigen Entscheidungen. Ein neu eingerichteter Kommunaler Beirat ist Ansprechpartner für Städte und Gemeinde bei der Realisierung von Projekten.

 

Weitere Bürgerenergieprojekte in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis:
 

3. StadtSolar Troisdorf e.G.

4. BürgerEnergie Siebengebirge e.G.

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