Solarstrom (Photovoltaik)

Quelle: Energieagentur NRW

Strom vom eigenen Dach

Eine Photovoltaik-Anlage macht Sie unabhängiger von Stromlieferanten. Sie ist zugleich ein wichtiger Baustein im Rahmen eines zukunftsgewandten Energiekonzeptes. Denn mit dem Einsatz regenerativer Energien schützen Sie die Umwelt und das Klima.

Als privater Stromproduzent sollte Ihr Ziel sein, einen möglichst großen Teil des aus Sonnenlicht umgewandelten Stroms selbst zu nutzen. Fachleute sprechen vom „Eigenstromanteil“. Um den Eigenstromanteil zu erhöhen, können Sie mit Hilfe eines „Energiemanagers“ (Zeitsteuergerät) oder manuell den Verbrauch optimieren. Ein Beispiel: Sie stellen die Waschmaschine dann an, wenn die Sonne scheint.

Überschüssigen Strom dürfen Sie in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Die Vergütung des von Ihnen weitergegebenen Stroms regelt das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG). Die Vergütung ist in den vergangenen Jahren immer mehr gesunken. Finanziell betrachtet, ist es für Sie daher lukrativer, Ihren eigenen Strombedarf und damit Ihre eigene Stromkosten zu senken.

Eine autarke (eigenständige) Energieversorgung zu erreichen, ist aufgrund der Wetterabhängigkeit nicht einfach. Ein hoffnungsvoller Schritt dorthin ist der Einsatz von Batteriespeichern. Das kann ein Speichersystem im in Ihrem Keller sein, das direkt an Ihr Stromnetz angeschlossen wird. Es kann aber auch Ihr neues Elektroauto sein, das Sie am Tage mit Sonnenenergie betanken statt über Nacht mit „Fremdstrom“.

Ob sich Ihr Haus für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung eignet, können Sie im Internet mit Hilfe des Solardachkatasters der Stadt Bonn schnell abklären. In einer gebäudescharfen Kartendarstellung weist eine farbliche Markierung darauf hin, ob und in welchem Umfang ein Dach für eine Energiegewinnung durch Sonneneinstrahlung geeignet ist. Schrittweise lassen sich darüber hinaus weitere Informationen zum Beispiel zur installierbaren Leistung und zum Ertrag einer Photovoltaikanlage abrufen und die Wirtschaftlichkeit über einen Ertragsrechner grob kalkulieren.

Wenn sich Ihr Gebäude aufgrund der Dachausrichtung ganzjährig für eine Photovoltaik-Anlage eignet, muss ein Fachmann die weitere Planung übernehmen. Mit Hilfe spezieller Software kann er Ihnen eine Ertragsprognose für den aktuellen Standort unter Berücksichtigung von Dachneigung, Ausrichtung und möglicher Verschattungen simulieren. Da sich Solarzellen unterschiedlicher Bauart in ihrem Wirkungsgrad unterscheiden, kann nur der Fachmann entscheiden, welche Art von Zellen für Ihr Gebäude am sinnvollsten ist.

Eine neutrale Beurteilung zur Nutzung von Photovoltaikanlagen und deren Wirtschaftlichkeit erhalten Sie auch von der Verbraucherzentrale NRW, deren Berater zum Solarstromcheck gegen eine geringe Gebühr zu Ihnen nach Hause kommen.

Bei der Planung der Auslegung der Anlagekomponenten kann man als Faustformel für den Ertrag einer Photovoltaik-Anlage in Bonn davon ausgehen, dass sich auf einer Fläche von zehn Quadratmetern (m²) Solarzellen mit einer Leistung von etwa einem Kilowatt-Peak installieren lassen. In unserer Region produziert eine Anlage mit einem Kilowatt-Peak (kWp) im Jahr rund 850 bis 900 kWh Strom, wenn sie ideal ausgerichtet ist (Südausrichtung, etwa 40 Grad Neigung). Kann die Anlage südöstlich bis südwestlich mit einer Neigung von mind. 20 Grad auf dem Dach montiert werden, dann sind gute Voraussetzungen gegeben. Bei Flachdächern wird die Anlage mit Hilfe eines geeigneten Montagesystems auf ca. 30 Grad aufgeständert.

 

Zusätzliche Tipps:

■  Insbesondere bei einer Flachdachmontage ist auf die statische Belastbarkeit des Daches und den Schutz der Dachabdichtung zu achten. Eine Überprüfung durch einen Baustatiker ist anzuraten.

■  Eine Solarversicherung (Sachversicherung) schützt vor Schäden durch Sturm, Blitzschlag, Hagel, Brand und vor weiteren Risiken. Neben dem Anlagenwert kann auch der entstandene Ertragsausfall mitversichert werden. Auch eine passende Haftpflichtversicherung sollte nicht vergessen werden.

■  Eine regelmäßige Reinigung der Anlage muss eingeplant werden.

■  Ob sich Ihr Haus für eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung eignet, können Sie im Internet mit Hilfe des Solardachkatasters Bonn klären.

■  Soll eine Photovoltaik-Anlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude errichtet werden, ist die Zustimmung der Unteren Denkmalbehörde erforderlich. Auf denkmalgeschützte Gebäude wird in den abrufbaren Informationen zu den Potentialflächen in der Kartendarstellung des Solardachkatasters Bonn gesondert hingewiesen.

 

Förderung und Checklisten:

■  Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bildet die gesetzliche Grundlage für die Vergütung von Strom, der aus solarer Strahlungsenergie und anderen erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Die öffentlichen Netzbetreiber sind dazu verpflichtet, diesen Strom zu vergüten und vorrangig abzunehmen.

■  Eine Übersicht zu Fördermöglichkeiten gibt die EnergieAgentur NRW auf ihrer Website. Die Investition kann beispielsweise über ein zinsgünstiges Darlehen der KfW-Bank finanziert werden.

■  Die Verbraucherzentrale NRW hat eine detaillierte Marktübersicht und eine Checkliste für den Batteriespeicherkauf erarbeitet.

■  Kunden des örtlichen Energieversorgers SWB Energie und Wasser können von den Stadtwerken von der Planung über die Installation bis zur Wartung der Photovoltaikanlage alles aus einer Hand erhalten (Produkt BonnPlus PV).

■  Fachliche Einweisungen bieten auch die Checklisten der RAL Gütegemeinschaft für Solarenergie e.V.

 

Links:          

■  Fördermöglichkeiten der KfW-Bank www.kfw.de

■  Verbraucherzentrale: www.vz-nrw.de > photovoltaikanlagen

■  Übersicht Fördermöglichkeiten der Energieagentur NRW www.energieagentur.nrw > foerderung

■  Checklisten RAL Gütegemeinschaft für Solarenergie e.V.: www.ralsolar.de

■   Solardachkataster der Stadt Bonn: www.stadt-bonn.de

■   Beratung Verbraucherzentrale Solarstromcheck www.verbraucherzentrale.nrw.de

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