Energieeffizienter Neubau

Neubau mit Solardächern, Foto: Gyula Gyukli

Sie spielen mit dem Gedanken, ein Haus zu bauen? Oder stecken Sie bereits mitten in den Planungen? Energieeffizienz ist Ihnen dabei genauso wichtig wie ein hoher Wohnkomfort?

Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps, wie Sie mit dem Bau eines zukunftsfähigen und energiesparenden Hauses Ihre Wohnqualität erhöhen und Energiepreissteigerungen gelassen entgegen sehen können. Wir informieren Sie über die verschiedenen Neubaustandards, zeigen Fördermöglichkeiten auf und geben Ihnen Empfehlungen zur Gebäudeplanung. Die wichtigsten Begriffe zur Gebäudehülle und Anlagentechnik wappnen Sie für Gespräche mit Bauexpertinnen und -experten.

Bei weiteren Fragen beraten wir Sie gerne kostenfrei zu Energieeffizienz, Haustechnik, erneuerbaren Energien, Dämmstoffen und Fördermitteln. Kommen Sie doch mal vorbei!

Gesetzliche Vorgaben für den Klimaschutz

Quelle: dena

Rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und ein Drittel der Treibhausgasemissionen entfallen in Deutschland auf Gebäude – und belasten das Klima erheblich. Im Rahmen der Energie- und Klimaschutzpolitik regelt die Bundesregierung mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Auflagen für Neu- und Umbauten. Sie folgt damit der Pflicht, die EU-Gebäuderichtlinie -Directive on Energy Performance of Buildings (EPBD) – umzusetzen. In der EnEV werden Vorgaben an den Wärmedämmstandard der Gebäudehülle sowie die gesamte Anlagentechnik definiert – inklusive Heizung, Warmwasser, Kühlung und Lüftung. Mit diesem Mindeststandard möchte der Gesetzgeber einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 erreichen. Ausführliche Informationen zu den rechtlichen Anforderungen an  Neubauten finden Sie hier.

Effizienzstandards im Überblick

Die Baupraxis ist den Anforderungen voraus (Quelle: Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP)
BEA: Neubau nach EnEV
BEA: KfW-Effizienzhaus
BEA: Passivhaus
BEA: Plusenergiehaus
 

Auf Grundlage der EnEV hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ihre Effizienzhäuser 55, 40 und 40 Plus entwickelt. Die unterschiedlichen Zahlenwerte geben an, wie hoch der Jahresprimärenergiebedarf einer Immobilie im Verhältnis zu einem Neubau nach EnEV-Maßstab ist. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto höher die Energieeffizienz. So benötigt das KfW-Effizienzhaus 40 mindestens 60 Prozent weniger Primärenergie pro Jahr als ein Neubau nach Mindeststandard.

Das KfW-Effizienzhaus 40 entspricht in etwa dem Passivhaus. Neubauten nach diesem Standard sind so gut gedämmt, dass fast gänzlich auf aktive Heizsysteme verzichtet werden kann. Die benötigte Wärme kommt – wie der Name bereits vermuten lässt – aus passiven Quellen wie Sonneneinstrahlung, Abwärme von Bewohnern und Haushaltsgeräten oder durch die Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlage. Ausführliche Informationen zum Passivhaus finden Sie hier.

Das Nullenergiehaus geht noch einen Schritt weiter: Neben der passiven Wärmegewinnung ist es zusätzlich mit solartechnischen Anlagen für die Warmwasser- und Stromgewinnung ausgestattet und gleicht externe Energielieferungen im Jahresverlauf aus.

Die europäische Gebäuderichtlinie 2010 macht das Niedrigstenergiehaus (nZEB) ab 2021 zur Pflicht. In dem Beschluss heißt es, dass das Gebäude eine „sehr hohe Energieeffizienz aufweisen muss. Der fast bei null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen – einschließlich Energie aus erneuerbaren Quellen, die am Standort oder in der Nähe erzeugt wird – gedeckt werden.“

Wird mehr Energie erzeugt als das Haus selbst verbraucht, spricht man von einem Energieplushaus oder auch einem Aktivhaus. Häuser, die gänzlich ohne externe Energieversorgung auskommen, nennt man energieautark. Ein Haus nach KfW-Standard 40 Plus kann ein Nullenergie-Haus sein, ein Passivhaus oder Energieplus-Haus.

Unser Tipp: Begnügen Sie sich nicht mit dem Bau eines Hauses nach EnEV-Mindeststandard. Denn Ihre neue Immobilie wird bereits kurz nach der Fertigstellung bautechnisch überholt sein. Deshalb: Orientieren Sie sich schon jetzt an zukünftigen Effizienzstandards. Die Mehrkosten eines energetisch höherwertigen Neubaus sind oft gar nicht so hoch und lohnen sich, insbesondere bei steigenden Energiepreisen. Zudem winken üppige Fördermittel, wenn die EnEV-Anforderungen übertroffen werden.

Fördermittel für mehr Energieeffizienz

Ihr Einsatz für den Klimaschutz wird belohnt. So unterstützt Sie die KfW mit ihrem Förderprogramm 153 beim Bau oder Ersterwerb eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 und 40 Plus. Bei entsprechendem Nachweis werden Ihnen unter anderem eine Darlehenssumme von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit, günstige Zinsen und ein Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro gewährt. Weiterer Vorteil: Es ist mit anderen Förderprogrammen wie zum Beispiel dem Wohneigentumsprogramm 124 kombinierbar. Dieses fördert den Bau Ihres Eigenheimes mit einem langfristig zinsgünstigen Kredit. Das KfW-Programm 431 fördert zusätzlich die Fachplanung und qualifizierte Baubegleitung durch einen externen, un­ab­hängigen Experten für Energie­effizienz. Ebenso können Photovoltaik, Speicher und Brennstoffzellen über die KfW gefördert werden.

Auch das NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz bietet mit dem Programm progres.nrw eine breite Palette an Förderangeboten, um den effizienten Umgang mit Energie und den Einsatz von regenerativen Energien zu fördern. Dabei wird – abhängig vom Gebäudetyp – der Bau von Passivhäusern und 3-Liter-Häusern inklusive Lüftungsanlagen bezuschusst.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert ebenfalls die Nutzung erneuerbarer Energien. Um eine entsprechende Förderung zu erhalten, müssen jedoch hohe Anforderungen an die jeweilige Technik erfüllt werden.

Verschiedene Neubau - Förderprogramme finden Sie hier gelistet.

Die nachhaltige Gebäudeplanung

Wer heute ein Haus baut, muss weit in die Zukunft blicken. Die fossilen Energiereserven wie Öl, Gas und Kohle werden immer knapper, die Preise steigen. Wann sich ein Bauvorhaben rechnet, lässt sich deshalb nur schwer vorhersagen. Doch: Wer das Energiekonzept seines Hauses auf einen sehr geringen Energieverbrauch umstellt und diesen mit erneuerbaren Energien deckt, macht sich unabhängig von der externen Versorgung und steigenden Preisentwicklungen – und plant so langfristig wirtschaftlich.

Auch das Gebäude selbst sollte vorausschauend geplant werden. Wichtig ist dabei, sowohl den aktuellen Bedarf als auch das zu erwartende Nutzerverhalten mit einzubeziehen. Denken Sie dabei auch an spätere Lebensphasen. Denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist ein unabhängiges Leben im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung nur möglich, wenn die Räumlichkeiten entsprechend barrierefrei gestaltet sind. Deshalb: Vorplanungen ersparen Ihnen gegebenenfalls kostenaufwendige Umbaumaßnahmen oder gar einen Umzug.

Und: Zuverlässige Informationsquellen sind für eine nachhaltige Gebäudeplanung wichtig. Holen Sie sich deshalb von Anfang an Unterstützung durch erfahrene Architektinnen und Architekten oder auch Energieberater/innen.

Die gut abgestimmte Gebäudehülle

Verschiedene Dämmstoffe stehen zur Auswahl, Quelle: Frommann

Sie schützt vor Wind und Wetter und schafft Privatsphäre – die  Gebäudehülle. Darunter fallen neben dem Dach und den Außenwänden auch die Fenster und Decken eines Gebäudes. Zu ihren wichtigsten Funktionen gehört es, den Wärmeverlust zu minimieren und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen. Deshalb ist eine gute Dämmung aller Bauteile wichtig. Richtungsweisend ist dabei der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert), der Auskunft über die Dämmqualität eines Bauteils gibt. Er zeigt an, wieviel Wärme durch eine bestimmte Fläche des Bauteils nach außen übertragen wird, wenn die Temperaturdifferenz gerade ein Grad (1 Kelvin) beträgt. Die Maßeinheit des U-Wertes ist daher „Watt/(m²Kelvin)“. Das bedeutet: Je kleiner dieser Wert ist, desto schlechter wird Wärme geleitet und umso besser ist die Wärmedämmung. Wie gut die Dämmeigenschaft eines Materials ist, lässt sich an der Wärmeleitgruppe (WLG) ablesen. Hier gilt: Je kleiner der Zahlenwert, umso besser ist die Dämmeigenschaft. Sehr effiziente Wärmeleitgruppen des Dämmstoffs Polyurethan-Hartschaum (PUR) beginnen zum Beispiel bei 020, gängig ist auch die WLG 035 für Mineralwolle oder  Polystyrol. Ökologische Dämmstoffe fangen bei WLG 040 bis 045 an.

Informieren Sie sich auch über Dämmstoffe mit guter Wärmespeicherfähigkeit wie Zellulose oder Holzweichfaser. Damit lässt sich Hitze im Sommer puffern – und Sie werden vor Überhitzung geschützt.

Die Fenster oder auch andere Glasbauteile sind die thermisch schwächsten Stellen der Gebäudehülle. Wie hoch hier die Wärmedurchlässigkeit ist, gibt ebenfalls der U-Wert an. Ein weiterer wichtiger Parameter ist der Energiedurchlassgrad (g-Wert). Ein g-Wert von 0,65 bedeutet zum Beispiel, dass 65 Prozent der solaren Strahlungsenergie in das Rauminnere gelangen. Je höher dieser Wert ist, umso mehr Sonnenenergie wird durch das Fenster nach innen geleitet.

Unser Tipp: Achten Sie bei der Bauplanung darauf, die Fensterfront nach Süden auszurichten. Das garantiert Ihnen viel Sonne in den Räumen und damit im Winter eine bessere Erwärmung. Auch das Wohlbefinden steigt in sonnenreichen Räumen deutlich an. Glasbauteile im Dach sowie in Ost- oder Westfassaden sollten bedacht eingesetzt und Richtung Norden weitestgehend vermieden werden.

Und: Neben der Verglasung ist auch die Rahmenbeschaffenheit der Fenster ausschlaggebend. Informieren Sie sich über die verschiedenen Werkstoffe sowie deren Vor- und Nachteile.

Wärmebrücken tauchen vor allem bei Anschlüssen von Bauteilen, in Ecken oder bei Balkonen auf. Das Problem: Hier ist das Risiko für einen Wärmeverlust besonders hoch. Auch Schimmel entsteht gerne dort, wo Oberflächen zu kalt werden und dadurch Feuchtigkeit auftritt. Die Energieeinsparverordnung sieht deshalb vor, so zu bauen, dass Wärmebrücken weitestgehend vermieden werden.

Eine luftdichte Bauweise soll verhindern, dass Energie durch undichte Stellen wie Fugen und Anschlüsse entweicht. Auch hier lauert die Gefahr, dass beim Abkühlen der entweichenden Warmluft Tauwasser entsteht. Das wiederum durchfeuchtet den Baustoff, reduziert die Dämmwirkung und begünstigt die Bildung von Schimmelpilzen. Bereits in der Bauzeichnung wird deshalb die luftdichte Ebene berücksichtigt. Materialwechsel und Anschlusspunkte erfordern dabei besondere Aufmerksamkeit. Bei der Fugendichtheit eines Gebäudes kommt es auf eine sorgfältige Ausführung der Bauarbeiten an. Sicherheit gibt Ihnen ein sogenannter Luftdichtheitstest innerhalb der Bauphase. Hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen: Einbauten und Abdichtungen müssen bereits vorhanden sein, jedoch muss noch nachgebessert werden können.

Das luftdichte Planen und Bauen wird durch die EnEV gefordert, die Handwerker müssen gemäß den  „anerkannten Regeln der Technik“  arbeiten.

TIPPS für ein energieeffizientes Gebäude:

·  Planen Sie eine kompakte Bauform zur Verringerung der Wärmeverluste.

·  Richten Sie Ihr Haus Richtung Süden aus, um solare Gewinne zu erzielen.

·  Versehen Sie große Fensterflächen nach Süden mit Verschattung für den Sommer.

·  Planen Sie die Ausrichtung der Räume nach Sonneneintrag und Raumtemperatur.

·  Stellen Sie eine gute Wärmedämmung der Außenhülle  ohne Wärmebrücken her.

·  Die Außenhülle Ihres Gebäudes soll möglichst luftdicht sein.

Heizen, Lüften, Strom gewinnen

Um auch in langen und sehr kalten Wintern eine komfortable Raumtemperatur zu erzielen, benötigen selbst Effizienzhäuser mit guter Wärmedämmung meist noch Energie für die Beheizung. Das Heizsystem muss dabei an das Gebäude und die individuellen Anforderungen angepasst werden. Bei der Auswahl sollten sämtliche Kriterien wie die Wirtschaftlichkeit des Systems, der Platzbedarf, die Energieeffizienz sowie die Förderfähigkeit in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Eine gute Planung berücksichtigt außerdem die sinnvolle Kombination von Energieträgern und Heizungsanlage.

Die Energieträger in Kürze

Grundsätzlich lässt sich zwischen fossilen und erneuerbaren Energien unterscheiden. Gas und Öl fallen dabei unter die fossilen Energieträger und weisen eine hohe Energiedichte auf. Allerdings sind die globalen Vorräte endlich – und schaden Umwelt und Klima. Sonne, Biomasse und Erdwärme zählen zu den erneuerbaren Energien.

Ob Strom erneuerbar ist oder nicht, hängt davon ab, wie er erzeugt wird. So zählen zum Beispiel Wind oder Photovoltaik-Anlagen zu den erneuerbaren Quellen. Strom kann dazu genutzt werden, um in Wärmepumpen die Wärme aus Erde, Luft oder Wasser zum Heizen zu verwenden.

Verlorene Energien wieder nutzbar machen – das geht mit der Wärmerückgewinnung. Ein typisches Beispiel ist dabei die Wohnraumlüftung, bei der die Wärme der verbrauchten Abluft verwendet wird, um die frische und kalte Außenluft ganz ohne Heizung auf angenehme Temperaturen zu bringen.

Heizsysteme im Überblick

Günstig in der Anschaffung, aber mit steigenden Brennstoffkosten sind Brennwertheizungen eine gängige Wahl im Neubau. Die Wärme wird durch die Verbrennung von Öl oder Gas gewonnen. Die alleinige Nutzung fossiler Brennstoffe erfüllt jedoch nicht mehr die gesetzlichen Mindestanforderungen an einen Neubau. Auch mit Blick auf den Klimaschutz, die Verfügbarkeit der Rohstoffe und zu erwartende Kostensteigerungen sind fossile Brennstoffe nicht mehr zu empfehlen.  

Ob aus Erde oder Grundwasser: Wärmepumpen entnehmen der Umwelt Wärme und geben diese an das Heizsystem ab. Wenn die Wärmequelle konstant zur Verfügung steht und die Anlage richtig geplant und eingestellt wird, stellt eine Wärmepumpe eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Heizsystemen dar. Wann und für wen Wärmepumpen geeignet sind, erfahren Sie hier.

Pelletheizungen sind teurer in der Anschaffung als Brennwertheizungen, dem gegenüber gehören Holzpellets aber zu den preiswerteren Brennstoffen auf dem Markt. Da Holz als nachwachsender Rohstoff als klimaneutral gilt, lassen sich die hohen Anforderungen an Effizienzhäuser leichter erreichen. Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Pelletheizungen, den Holzpresslingen und Fördermöglichkeiten finden Sie hier.

Strom und Wärme im eigenen Keller erzeugen – das machen Blockheizkraftwerke (BHKW) oder Brennstoffzellen-Heizgeräte möglich.

Das Grundprinzip des BHKW: Ein mit Gas, Öl oder Holz betriebener Verbrennungsmotor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Aus dem Kühlkreislauf des Motors wird über einen Wärmetauscher die entstehende Abwärme für Heizung und Warmwasserbereitung genutzt. Hier können Sie mehr zum Thema nachlesen.

Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenwärme zum Erwärmen von Wasser – für das Warmwasser und wahlwiese auch für die Heizung. Sie haben sich als Ergänzung zur herkömmlichen Heizungsanlage seit langem bewährt. Die Anlage besteht aus Solarkollektoren auf dem Dach, einem sehr gut gedämmten Warmwasserspeicher, den Verbindungsrohren und einer so genannten Solarstation. Mehr Informationen zur Solarthermie finden Sie hier.

Nach der Energieeinsparverordnung und für einige Förderprogramme ist zudem ein hydraulischer Abgleich für Neubauten Pflicht. Erkundigen Sie sich deshalb schon im Vorfeld über diese Maßnahme.

Die effiziente Warmwasserbereitung

Das Erhitzen von Wasser kann in Neubauten einer der letzten Energiefresser sein. Neben dem individuellen Nutzerverhalten spielt vor allem die Art der Warmwasserbereitung eine wichtige Rolle. Kostengünstig und energiesparend ist es, Warmwasser über die Zentralheizung zu erzeugen. Wichtig ist dabei, auf die Lage von Bad, WC und Küche zu achten – und so das Leitungsnetz möglichst klein zu halten. Ein zusätzlicher Vorteil: Über einen Pufferspeicher ist der Anschluss an eine Solaranlage möglich.

Wo nur selten Warmwasser benötigt wird, wie zum Beispiel in Gästetoiletten, kann im Einzelfall eine dezentrale Warmwassererzeugung sinnvoll sein. Dezentrale Systeme benötigen für jeden Raum ein eigenes Warmwassergerät wie den Durchlauferhitzer. Die Investitionskosten sind gegenüber der zentralen Versorgung geringer, die Verbrauchskosten dafür höher. Ein Anschluss an Sonnenkollektoren ist hier nicht möglich.

Energie sparen mit modernen Lüftungsanlagen

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind heute Stand der Technik. Die angesaugte Außenluft wird temperiert, elektrostatische und antibakterielle Filter sorgen für eine staub- und pollenfreie Luft. Wichtigstes Ziel der Lüftungsanlagen ist, die Feuchtigkeit aus den Räumen nach draußen zu transportieren. Maßgeblich ist vor allem die Wohnfeuchte, die zum Beispiel durch Kochen und Duschen entsteht. Bei Neubauten kommt die Baufeuchte hinzu, die durch die frisch eingebrachten Baustoffe wie Beton, Mörtel, Putz und Estrich im Haus steckt. Eine Kombination aus guter Dämmung und Lüftungsanlage macht Ihr Gebäude widerstandsfähig gegen Schimmel. Lesen Sie hier mehr zum effizienten Lüften.

Strom gewinnen vom eigenen Dach

Haben Sie Ihren Stromverbrauch erst einmal durch energiesparende Haushaltsgeräte und Leuchtmittel auf ein Minimum reduziert, können Sie mit einer Photovoltaikanlage einen Teil des Restbedarfs selbst erzeugen und verbrauchen – und sich so von externen Stromlieferanten unabhängiger machen. Durch die Nutzung eines Speichers kann eine größere Menge des erzeugten Stroms selber genutzt werden.  Solarzellen lassen sich auf dem Dach anbringen. Mehr zum Thema Photovoltaik finden Sie hier.

Informieren Sie sich auch zum Thema „Smart Home“. Bezeichnet wird damit ein Haushalt, in dem die Haushalts- und Multimedia-Geräte miteinander interagieren und zentral ferngesteuert werden können – auch die Heizungsanlage.

Nächste Schritte, Tipps und weiterführende Links

Sie möchten Ihren Wunsch vom energieeffizienten Eigenheim verwirklichen? Dann sind das die nächsten Schritte:

· Holen Sie sich unabhängige Fachleute zur Seite, die Ihnen nichts verkaufen wollen. Setzen Sie auf qualifizierte Handwerker/innen.  Büros und Betriebe finden Sie bei den Energieeffizienz-Partnern der Bonner Energie Agentur.

· Lassen Sie vor dem Vertragsabschluss eine unabhängige Prüfung des Bauvertrages durchführen, zum Beispiel durch einen Bauherrenverband.

· Eine qualitätsvolle Bauausführung und -abnahme der erbrachten Leistungen sowie ein gelungenes Gesamtwerk erhalten sie durch den begleitenden Sachverstand von Architektinnen und Architekten sowie unabhängigen Sachverständigen. Lassen Sie sich die Planleistungen vertraglich zusichern nebst Aushändigung einer bebilderten Baustellendokumentation.

· Erkennen Sie eventuelle Mängel bereits während der Bauphase, zum Beispiel durch Luftdichtheitsmessungen vom Sachverständigen.

Für die Baugenehmigung sind folgende Nachweise von Ihnen zu erbringen:

· Bauantrag (inkl. Statik etc.)

· EnEV-Nachweis mit vorläufigem Energieausweis

Für die Bauausführung sind außerdem folgende Unterlagen relevant:

· Lüftungskonzept

· ggf. Luftdichtheitskonzept

· ggf. KfW-Effizienzhausberechnung

· detaillierte Wärmebrückenberechnung

· ggf. Heizlastberechnung

· nach Baufertigstellung: Energieausweis gemäß den tatsächlich umgesetzten Maßnahmen

 

Weiterführende Links:

Rechtliche Vorgaben an Neubauten

Info-Portal Energieeinsparung BBSR 

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

Bauantrag bei der Stadt Bonn

Anforderungen an Neubauten auf städtischen Grundstücken in Bonn 

Fördermittel

Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW  (KfW Effizienzhäuser)  

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA (Erneuerbare Energien)

Architektinnen und Architekten finden:

Energieeffizienz-Partner Bonn |Rhein-Sieg

Architektenkammer NRW

Bund Deutscher Baumeister BDB

Bund Deutscher Architekten BDA

Bauherrenverbände:

Bauherren-Schutzbund e.V.

Verband privater Bauherren e.V.

Passivhaus:

Informationsgemeinschaft Passivhaus 

Link Passivhausprojekte